Laut einer Umfrage der EZB haben deutsche Banken trotz Schuldenkrise eine stabile Kreditvergabe, während in der Eurozone Kredithürden allgemein steigen.
Obwohl zahlreiche Kreditinstitute in der Eurozone durch die Schuldenkrise belastet werden, bleiben deutsche Banken weitestgehend verschont. Das ist eines der Ergebnisse einer Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Erhebung, für die 124 Banken befragt wurden, bezieht sich auf das letzte Jahresviertel 2011. Im gesamten Euroraum bleibt die Lage aber angespannt: Vergleichen mit dem Vormonat sank die Kreditvergabe im Dezember um insgesamt 37 Milliarden Euro – vor allem das krisengebeutelte Südeuropa war davon betroffen. Trotz der bereits verschärften Kreditbedingungen plant jedes vierte Kreditinstitut laut EZB-Umfrage eine weitere Anhebung der Kredithürde.
Anders in Deutschland: Hier dürfen sich Unternehmen und Privatpersonen weiterhin über eine nahezu unveränderte Kreditvergabe freuen. Wie die Deutsche Bundesbank am Mittwoch mitteilte, steht das deutsche Ergebnis in der Umfrage in keinem Verhältnis zum Rest der Währungsunion, da die Kreditbedingungen im letzten Quartal 2011 weitestgehend gleich blieben. Zudem sei laut Bundesbank auch für dieses Jahr nur mit geringfügigen Veränderungen bei der Kreditvergabe zu rechnen: "Für das erste Vierteljahr 2012 beabsichtigen die teilnehmenden Institute ihre Kreditrichtlinien weitgehend unverändert zu lassen, mit Ausnahme von abermals leichten Verschärfungen bei langfristigen Ausleihungen an Unternehmen." Auch Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis bestätigte, dass eine Kreditklemme vom Markt her nicht in Sicht sei. Viele Banken der Eurozone verfügen dagegen nicht über ausreichend Liquidität.
Zahlreiche Institute der Eurozone haben da weniger Glück: Sie besitzen zu viele Anleihen der Staaten, die besonders stark von der Schuldenkrise betroffen sind. Daher vergeben vor allem die Banken restriktiver Kredite, die viele Staatsanleihen von Griechenland, Italien, Spanien und Portugal besitzen – zumeist sind die Banken auch in diesen Ländern ansässig. Das führt dazu, dass sich die Finanzhäuser gegenseitig seltener Geld leihen, wodurch es für betroffene Banken immer schwerer wird sich zu refinanzieren. Aus diesem Grund hat die EZB Ende letzten Jahres erstmals Kredite mit dreijährigen Laufzeiten vergeben, um ein Zusammenbruch des Bankensystems zu verhindern. Am 29. Februar soll ein weiteres Refinanzierungsgeschäft starten, um den Kapitalbedarf der Banken zu decken und das Kreditgeschäft am Laufen zu halten.
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